| Schuster | |
| Die Schuster hatten nicht nur für die
Gemeinde zu arbeiten. Viele waren Zuarbeiter für Tuttlinger Schuhbetriebe.
Mit dem Aufkommen größerer Schuhfabriken verloren sie zusehends
ihre Heimarbeit, was auch daran zu erkennen ist, daß 1893 die Zahl
der Schuhmacher um die Hälfte zurückging.
Solange sie Arbeit hatten, kam ausreichend Essen auf den Tisch. Fehlte sie aber, so gab es wieder - wie K. Seifriz berichtet - "Suppe am Morgen, Suppe am Mittag, Suppe am Abend und dazu gesottene Erdäpfel und geronnene Milch." |
|
| Maurer und Gipser | |
|
Von den Maurern und Gipsern weiß man, daß
diese während der Sommermonate hauptsächlich im Elsaß,
in der Schweiz und in der Gegend um Freiburg tätig waren, ähnlich
den heutigen Gastarbeitern. Erstmals erfahren wir darüber 1852, als
die Gemeinde sich mit folgendem Schreiben um die Naubauarbeiten des Kaplaneihauses
und des Ökonomiegebäudes bemüht: Vom Frühjahr bis zum Herbst waren sie in der Fremde, während Frau und Kinder zu Hause die Landwirtschaft besorgen mußten. Nur zu besonderen Anlässen wie Kindstaufen oder bei Todesfall kamen sie für kurze Zeit heim. Geld wurde nach Hause geschickt oder im Spätherbst mitgebracht. Unsere ältesten Einwohner wissen noch, wie manche, die das Geld schon in der Fremde "durchbegracht" hatten, noch schnell beim "Dicke-Mathesle" Geld ausgeliehen haben, um der Familie nicht mit leeren Händen gegenübertreten zu müssen. |
|
| Steinhauer | |
|
Einen inzwischen ausgestorbenen Bauhandwerksberuf übten die Steinhauer aus, die ebenfalls ihr Brot meist in der Fremde verdienten. Brecheisen, Schlegel, Hammer und Meißel waren ihr Handwerkszeug, mit dem sie Steine brachen und in Form brachten. Schörzingen hatte übrigens am Oberhohenberg, Vorm Berg (Wochenberg) und auf Thürnen eigene Steinbrüche. In einem Gemeinderatsprotokoll über den Schulhausbau von 1816 (alte Schule gegenüber der Kirche) sind die letzten beiden Steinbrüche erwähnt: "Für eine Fahrt Stein aus Thürnen und vorm Berg wird bezahlt auf 1 Stück, mag sein Roß, Kuh oder Stier, drei Kreuzer." |
|
| Zimmerleute | |
|
Die Zimmerleute, so berichtet das Protokoll, erhielten für das Beschlagen (Zuhauen) des Holzes von einem ganzen Stamm 15 Kreuzer. Noch zu Beginn der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts haben hiesige Zimmerleute auf der "Hagewies" auf dem Bohl mit ihren haubeilen aus Baumstämmen Balken zugehauen. |
|